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Grundlagen

«Apnoe» bedeutet Atemstillstand. Demnach ist die Schlafapnoe ein Atemstillstand während des Schlafens. Der Begriff «Schlafapnoe-Syndrom» bezeichnet alle Symptome und gesundheitlichen Folgen, die durch solche Atemstillstände verursacht werden. Man unterscheidet zwischen obstruktiver und zentraler Schlafapnoe, die zwar verschiedene Ursachen, aber ähnliche Symptome haben.



Das obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS)

Einige Menschen haben im Rachen- und Halsbereich eine schlaffe Muskulatur, die im Liegen und vor allem während des Schlafens die Atemwege verengen kann. Bei der obstruktiven Schlafapnoe werden die Atemwege zeitweise nicht nur verengt, sondern sogar verschlossen (= obstruktiv): Normalerweise halten die Muskeln der Zunge und des weichen Gaumens den Luftweg offen. Erschlaffen diese Muskeln, verengt sich der Luftweg, was zu Schnarchen und erhöhter Atemarbeit führt. Die Luftzufuhr wird blockiert, Atmen ist nicht mehr möglich.

 

Schlafapnoe-Betroffene können somit vorübergehend nicht mehr atmen. Diese Atempausen, die zwischen einigen Sekunden und mehr als eine Minute dauern können, führen zu einem Sauerstoffmangel, durch den der Patient kurz geweckt wird. Nachdem er Luft geholt hat, schläft er bis zur nächsten Atempause weiter. Solche Apnoe-Phasen können sich bis zu mehreren hundert Mal pro Nacht wiederholen. Der Patient kann sich am Morgen in der Regel weder an die Atempausen noch an die kurzen Wachphasen erinnern.

 

Die dauernden Stress-Situationen, die Schlafapnoe-Patienten wegen der Atemunterbrüche in der Nacht durchmachen, bewirken eine starke Stimulation des vegetativen Nervensystems. Zusammen mit dem Sauerstoffmangel ist dies vermutlich der Grund, dass Schlafapnoe ein Risikofaktor für die Entwicklung von Bluthochdruck und weiteren Herz-Kreislauf-Krankheiten ist.

 

Die häufigsten Symptome sind:

  • Lautes, unregelmässiges Schnarchen
  • Atempausen während des Schlafens
  • Tagesmüdigkeit
  • Nächtliches Schwitzen
  • Verminderte Konzentrations- und Leistungsfähigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Sexuelle Funktionsstörungen, Impotenz
  • Depressionen

 

Die zentrale Schlafapnoe

Bei dieser weniger häufigen Art der Schlafapnoe setzt die Atmung zeitweise aus, weil die Stimulation der Atmung nicht zuverlässig funktioniert. Hier ist eine Störung des Atemzentrums im Gehirn schuld an der Schlafapnoe. Die Atemwege sind zwar frei, der Atemantrieb aber fehlt. Auch bei der zentralen Schlafapnoe werden die Patienten durch die Atemstörung und den Sauerstoffmangel immer wieder geweckt. Es existieren auch Mischformen zwischen obstruktiver und zentraler Schlafapnoe.

 

Ursachen des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms

Die Ursachen des obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms sind noch weitgehend unbekannt. Die Krankheit kann familiär gehäuft vorkommen. Möglicherweise werden anatomische Besonderheiten und die Neigung zum Kollaps der Rachenmuskulatur vererbt.

 

Risikofaktoren

  • Übergewicht
  • Männliches Geschlecht
  • Übermässiger Alkoholkonsum, vor allem am Abend
  • Rauchen
  • Konsumation von Schlaf- und Beruhigungsmitteln
  • Enge Stellen im Nasen-Rachenraum und vergrösserte Mandeln

 

Schlafapnoe Broschüre

 

Letzte Aktualisierung: April 2016