Eine Bühnenshow der Superlative

Im Interview erzählen die «Atemlos-­Protagonisten» Stefan Büsser und Regula Esposito alias Helga Schneider, worauf sich die Besucher der Show freuen dürfen und wie Humor in Zeiten von Krankheit helfen kann.

LUNGE ZÜRICH feiert das 111-jährige Bestehen – was für eine Beziehung habt ihr zu den Themen Lunge und Luft?

Stefan: Seit meiner Kindheit leide ich an Cystischer Fibrose. Dies ist eine vererbbare Stoffwechselstörung, die unter anderem zu chronischen Entzündungen der Atemwege führt, weshalb ich eine stark eingeschränkte Lungenkapazität habe. Als mich LUNGE ZÜRICH für das Projekt «Atemlos» anfragte, war für mich sofort klar, dass ich mitmachen werde.

Regula: Ehrlich gesagt sitzt mir bei diesem Thema das schlechte Gewissen öfters im Nacken: Menschen rauchen, obwohl sie wissen, dass es ihrer Gesundheit schadet – da bin ich nicht ganz unschuldig. Das ist tragisch, denn auf der anderen Seite stehen lungenkranke Personen, die Tag für Tag mit ihrem Schicksal zu kämpfen haben. Da wird es zwischen Stefan und mir wohl viel Stoff zum Diskutieren geben!

 

 

Im Rahmen des Jubiläums seid ihr mit «Atemlos – Die Show» im ganzen Kanton Zürich unterwegs. Worauf dürfen sich die Besucher freuen?
Regula: Die Show ist als «Late-Night-Format» aufgebaut – Stefan übernimmt die Rolle des Moderators, ich selber trete mit meiner Bühnenfigur Helga Schneider auf. Die Zuschauer erwartet eine Bühnenshow der Superlative, abseits der bisher bekannten Sphären: eine explosive Mischung aus feinster Comedy, schauspielerischen Meisterleistungen und musikalischen Highlights.

Stefan: Es wird aber auch augenöffnende Momente geben, in denen wir seriöse Themen rund um Lunge und Luft ansprechen, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. In Talks mit verschiedenen Gästen aus der Politik und dem Gesundheitswesen legen wir die Fakten auf den Tisch.

 

An was für ein Publikum richtet sich die Veranstaltung?

Stefan: Egal ob jung oder alt, ob mit oder ohne persönlichen Bezug zu Lunge und Luft – «Atemlos» richtet sich an ein breites Publikum, das sich für einen Abend von uns auf scharfsinnige Weise unterhalten lassen möchte.

 

Was ist das Ziel der Show?

Regula: In erster Linie soll die Show vor allem eins: den Zuschauern Spass machen! Natürlich freut es uns, wenn wir zugleich das Bewusstsein der Gesellschaft für die Bedeutung einer gesunden Lunge sowie sauberer Luft schärfen.

Stefan, ist die Show aufgrund deiner Krankheit für dich von persönlicher Relevanz?
Stefan: Durchaus! Ich hoffe, dass wir das Publikum mit Themen und Fakten verblüffen können, die sie noch nicht kannten. Nicht auf eine belehrende Art, sondern als unterhaltsame Live-Show.

 

Humor ist ein zentraler Bestandteil der Show. Allerdings werden auch ernste Themen besprochen, beispielsweise der Alltag mit einer Lungenerkrankung. Wie lassen sich diese zwei Elemente kombinieren?
Regula: Ich selber habe schon einige Schicksalsschläge einstecken müssen. Gerade in solchen Momenten hält mich der Humor über Wasser. Und wenn es mir gelingt, das Publikum über herzhaftes Lachen für ein Thema zu sensibilisieren, dann macht mich das als Künstlerin enorm glücklich. Unterhaltungskunst in jeder Form hat für mich immer noch den Anspruch, auch den Verstand zu aktivieren.

Stefan: Humor kann helfen, mit einer Krankheit umzugehen – jedenfalls tut er es in meinem Fall. Wenn man positiv durchs Leben geht, wirkt sich das entsprechend positiv auf die Gesundheit aus. Mir ist aber bewusst, dass es auch Momente geben wird, in denen mir aller Humor nicht hilft. Mein tägliches Ziel ist aber, die Krankheit nicht gewinnen zu lassen.

 

Mit welchem Gefühl sollen die Besucher am Ende der Show nach Hause gehen?
Regula: Unsere Gäste sollen erfüllt und mit ein wenig Muskelkater vom Lachen nach Hause gehen. Vielleicht bringen unsere Botschaften beim einen oder anderen sogar etwas in Bewegung. Ich freue mich jedenfalls auf eine coole Show, die etwas ins Rollen bringt!

Stefan: Ich würde mich freuen, wenn dem einen oder anderen Zuschauer bewusst wird, welch Geschenk eine gesunde Lunge ist. Und dass man damit vorsichtig umgehen sollte. Alles in allem freue ich mich unheimlich auf die Tour und auf viele spannende Begegnungen!

 

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Zuletzt geändert:
14. Dezember 2018