Allergien der Atemwege

Was ist eine Allergie?

Die Aufgabe unseres Immunsystems ist, uns vor dem Eindringen und vor der Schädigung durch Fremdstoffe zu schützen. Es kann jedoch vorkommen, dass unser Immunsystem über seinen Auftrag hinausschiesst und heftiger als nötig reagiert, obwohl die als Störenfriede empfundene Substanz keine tatsächliche Bedrohung darstellt. Gerät das Immunsystem derart ausser Kontrolle, führt dies zu einer schädlichen Überreaktion. Diese krank machende Überempfindlichkeit auf Stoffe, welche für unseren Körper nicht wirklich gefährlich sind, nennen wir Allergie. Die Substanz, welche die allergische Reaktion auslöst, heisst Allergen. Inzwischen gibt es mehr als 20'000 Stoffe, von denen eine Allergie auslösende Wirkung bekannt ist.

Einige dieser Allergene können Asthma auslösen. Wenn Sie nachfolgende Tipps einhalten und den Allergenen aus dem Weg gehen, können Sie die Beschwerden mindern und den Medikamentengebrauch reduzieren.

Pollenallergie

Pollen können beim Menschen Allergien wie Heuschnupfen oder Asthma auslösen. Treten Asthmaanfälle gehäuft im Frühling und Sommer auf, sollte man an eine Pollenallergie denken. Auch wenn Sie an einer Pollenallergie leiden, können Sie Pollen nicht komplett vermeiden. Sie können aber einige Punkte beachten, um wenigstens zu Hause die Pollenkonzentration gering zu halten. Hier finden Sie diverse Tipps.

Hausstaubmilben-Allergie

Hausstaubmilben sind winzige Spinnentierchen, deren Kot allergische Reaktionen auslösen kann. Falls Sie auf Hausstaubmilben allergisch reagieren, sollten Sie dieseTipps befolgen:

  • Verwenden Sie im Schlafzimmer milbendichte Überzüge für Matratzen, Kissen und Duvets. Moltondecken und die Bettbezüge sollten Sie einmal pro Woche bei mindestens 60 Grad waschen.
  • Die Raumtemperatur sollte zwischen 19 und 20°C in den Wohn- und etwa 18°C in den Schlafräumen betragen.
  • Die Luftfeuchtigkeit sollte unter 50 Prozent liegen, was sich durch häufiges Lüften erreichen lässt.
  • Staubfänger wie schwere Vorhänge, Wandbehänge oder nicht waschbare Stofftiere sollten Sie möglichst aus dem Schlafzimmer entfernen.
  • Bodenbeläge wie Parkett, Linoleum oder Kacheln sind besser als Teppiche.
  • Staubsaugen in Gegenwart eines Allergikers sollte unterlassen werden. Staubsauger müssen mit einem HEPA-Filter ausgerüstet sein.
  • Luftreiniger können die Hausstaubmilbenbelastung zusätzlich reduzieren
  • Machen Sie Ferien in sonnigen Lagen im Hochgebirge. Die Zahl der Milben in Höhenlagen über 1200 Meter über Meer ist deutlich geringer.
  • Tägliches Staubsaugen (Staubsauger mit HEPA-Filter) reduziert Staub auf ein Minimum. Nehmen Sie zusätzlich die Böden einmal wöchentlich feucht auf.

Schimmelpilzallergie

Schimmelpilz entsteht immer aufgrund zu hoher Feuchtigkeit und meistens durch falsches oder ungenügendes Lüften. Asthmatiker sind selten ausschliesslich auf Schimmelpilze allergisch. Oft kommen noch andere Überempfindlichkeiten wie eine Pollenallergie hinzu. Falls Sie auf Schimmelpilz allergisch reagieren, sollten Sie folgende Tipps befolgen:

  • Lüften Sie mehrmals täglich während 5 bis 10 Minuten bei vollständig geöffnetem Fenster, damit die Luftfeuchtigkeit nicht zu stark ansteigt.
  • Vermeiden Sie Staunässe und konstant feuchte Erde bei Zimmerpflanzen.
  • Benutzen Sie keine Luftbefeuchter.
  • Benutzen Sie beim Kochen den Dampfabzug oder öffnen Sie das Fenster.
  • Lüften Sie nach dem Duschen und Baden das Badezimmer gründlich. Wenn kein Fenster vorhanden ist, sollten Sie sicherstellen, dass der Abzug gut funktioniert.
  • Stellen Sie Möbel nicht direkt an Aussenwände, da sich dahinter Kondenswasser bilden kann, was den Schimmelpilzen beste Wachstumsbedingungen bietet.
  • Trocknen Sie Ihre Wäsche nicht in den Wohnräumen, sondern draussen oder in der Waschküche. Wenn möglich sollten Sie einen Wäschetrockner verwenden.
  • Lassen Sie keine Nahrungsmittel längere Zeit offen stehen – auch darauf kann sich Schimmel bilden.
  • Informieren Sie bei Entdecken von Schimmelbefall den Vermieter: Merkblatt des Mieterinnen- und Mieterverbandes

Tierhaarallergie

Genau genommen sind nicht die Tierhaare allergieauslösend, sondern bestimmte Eiweisse aus dem Speichel von Katzen, Meerschweinchen und Hunden, die den Haaren anhaften.

Reagiert jemand in der Familie auf diese Tiere allergisch, sollten Sie keine solchen Haustiere halten. Denn die Erfahrung zeigt, dass auch häufiges Baden der Haustiere und Waschen der Kleider sowie gründliches Reinigen der Wohnräume allergische Reaktionen nicht verhindern können. Es ist möglich, dass bis zu einem Jahr, nachdem das Haustier die Wohnräume verlassen hat, noch Allergene nachweisbar sind.

Für den Fall, dass das Weggeben eines Tieres nicht durchsetzbar ist und zumindest kein schweres Asthma vorliegt, sollten Sie das Tier einmal pro Woche baden und das Tier nicht in die Wohnräume und vor allem nicht ins Schlafzimmer lassen.

Ambrosia-Allergie

Ambrosia ist eine Pflanze, deren Pollen starke Allergien auslösen können.
Ambrosia wurde aus Nordamerika eingeschleppt und breitet sich seit einigen Jahren in der Schweiz aus. Die Pollen von Ambrosia lösen bei zahlreichen Menschen starken Heuschnupfen, in einigen Fällen sogar Asthma aus. Die Symptome einer Ambrosia-Allergie gleichen denjenigen einer Gräserallergie: triefende, juckende Nase und tränende, geschwollene Augen, Atemnot oder Asthma-Anfälle.

Die Ausbreitung der Ambrosia bedeutet ein ernst zu nehmendes gesundheitliches Risiko für Allergikerinnen und Allergiker. Die Pflanze, deren Blütezeit von Anfang August bis Ende September dauert, wurde deshalb 2006 in der Schweizer Pflanzenschutzverordnung als besonders gefährliches Unkraut deklariert. Ambrosiapflanzen müssen somit bei der jeweils zuständigen kantonalen Meldestelle gemeldet und bekämpft werden.

Weitere Informationen:

Zuletzt geändert:
26. September 2017