Eine COPD-Patientin gibt Gas: zu Besuch bei Jacqueline Fisler

COPD – so lautete die Diagnose vor drei Jahren bei Jacqueline Fisler. Ihre Freude am Leben wurde damit aber nicht gemindert. Beim Hausbesuch von LUNGE ZÜRICH erzählt die Optimistin von den grossen und kleinen Männern in ihrem Leben, ihrer Liebe zu grossen Motorfahrzeugen und erklärt, wieso sie sich in Zukunft besser um ihre Gesundheit kümmern möchte. 

 

Jacqueline Fisler erhielt vor drei Jahren die Diagnose COPD. Ihre Lebensfreude wurde dadurch aber nicht gemindert: Gemeinsam mit ihrem Lebenspartner Max erfüllte sie sich ihren Traum des eigenen Lastwagens.

Die 59-Jährige wird auf ihren Spritztouren oft von ihrem Enkel begleitet. Dieser kann es kaum erwarten, in ein paar Jahren selbst hinter dem Steuer zu sitzen.

Den Oberleitungsbauwagen der Marke "Saurer" restaurierte das Paar während dreieinhalb Jahren eigenständig. Sie geniessen die Ausflüge mit dem Lastwagen sehr und nehmen dabei regelmässig an "Saurer-Familientreffen" teil.

Die COPD-Patientin wird seit gut drei Jahren auf ihrem Lebensweg vom Sauerstoffkonzentrator begleitet – und somit auch von LUNGE ZÜRICH.

Die diplomierten Pflegefachpersonen von LUNGE ZÜRICH kontrollieren die verordnete Sauerstoff-Therapie regelmässig. Das Zusammenspiel zwischen der ärztlichen Betreuung und LUNGE ZÜRICH funktioniert für Fisler sehr gut: "Ich fühle mich rundum gut betreut".

«Fühlen Sie sich wie zu Hause», sagt Jacqueline Fisler zur Begrüssung und drückt Fabienne Lässer, Pflegefachfrau von LUNGE ZÜRICH, einen warmen Kaffee in die Hand. Die beiden nehmen am Tisch in der Mitte des Wohnzimmers Platz. Der Raum lädt zum Verweilen ein: Die Wände sind liebevoll mit Souvenirs aus vergangenen Jahren geschmückt, aus dem Radio erklingt fröhliche Popmusik und vom Fenster aus grüsst der sagenhafte Ausblick über die Dächer von Zürich. Auf dem Tisch befinden sich frische Gipfeli, Milch und Zucker sowie der mobile Sauerstoffkonzentrator von Fisler. Seit gut drei Jahren wird die COPD-Patientin auf ihrem Lebensweg vom Konzentrator begleitet – und somit auch von LUNGE ZÜRICH.

Fabienne Lässer kennt die schlagfertige Zürcherin bereits von einem vorhergehenden Beratungstermin. Sie fragt nach dem allgemeinen Befinden, dem Sauerstoff- sowie Medikamentenbedarf. Es folgt eine Messung des Sauerstoffgehalts im Blut sowie der obligatorische Belastungstest, was so viel bedeutet wie: Treppensteigen – mit und ohne zusätzlichen Sauerstoff. Voller Ehrgeiz erklimmt Fisler Stufe um Stufe. Dass sie sich von ihrer Krankheit nicht unterkriegen lässt, ist ihr anzumerken. Zurück am Wohnzimmertisch ist sie trotzdem froh, eine kurze Verschnaufpause einlegen zu können. Zeit, um sich etwas auszutauschen – unabhängig von der Erkrankung.

«Mir münd nöd pressiäre»

Fisler erzählt von ihren Urlaubsplänen im Herbst: Eine Woche wird sie mit ihrem «kleinen Mann» verbringen, die andere mit ihrem «grossen Mann», wie sie ihren Enkelsohn Tristan und ihren langjährigen Lebenspartner Max liebevoll nennt. Nach Österreich soll es mit dem Enkelkind gehen, mit dem sie regelmässig ihre Freizeit verbringt. Das «Schlüchli» in der Nase seiner Grossmutter stört den Achtjährigen nicht. «Grosi, mir münd nöd pressiäre», erklärt Tristan, wenn die COPD seiner Grossmutter wieder einmal den Atem raubt. Mit einer Selbstverständlichkeit hilft er ab und zu sogar bei der Filterreinigung des Konzentrators.

Die zweite Urlaubswoche wird spontan geplant. Vermutlich werden Max und sie die Schweiz mit dem Töff erkunden. «Ein paar Unterhosen, Socken und ein T-Shirt zum Wechseln – mehr brauch ich nicht», schmunzelt die 59-Jährige. Der mobile Sauerstoffkonzentrator und der notwendige zusätzliche Akku finden selbstverständlich auch noch ein Plätzchen in diesem moderaten Gepäck. Ihre Liebe für motorbetriebene Fahrzeuge entdeckte sie bereits als junges Mädchen. Ihr Vater, ein Lastwagenchauffeur, nahm seine Tochter des Öfteren auf Dienstfahrten mit. Da der Apfel bekanntlich nicht weit vom Stamm fällt – oder wie in diesem Fall: der Lastwagen nicht weit von der Garage parkt – dreht sich auch die Welt von Jacqueline Fisler hauptsächlich um grosse, brummende Lastfahrzeuge.

Ich passe heute besser auf meine Gesundheit auf, weil ich solange wie möglich für Tristan da sein möchte.

LKWs soweit das Auge reicht

Ihre Leidenschaft für diese «Brummis» ging sogar so weit, dass sie ihr Hobby zum Beruf machte. «Mein momentaner Beruf? Den Chef auf die Palme bringen», lacht sie. Tatsächlich ist sie mit einem 80-Prozent-Pensum Angestellte beim ERZ, Entsorgung und Recycling Zürich. Der Grossteil ihrer Aufgaben – wie könnte es auch anders sein – dreht sich um die Einsätze der Kehrrichtwagen. In ihrem Arbeitsumfeld fühlt sich der LKW-Fan wohl und verstanden. Ihre Arbeitskollegen, die zu Dreivierteln aus männlichen Vertretern bestehen und die Fisler mit einem Augenzwinkern als «mini Mannä» bezeichnet, reagieren mit Verständnis auf das mobile Sauerstoffgerät. Diese Normalität und das Gefühl der Ebenbürtigkeit geben ihr Kraft und Zuversicht.

Vor wenigen Jahren verwirklichte Fisler ihren Traum des eigenen Lastwagens. Zusammen mit ihrem Partner kaufte sie sich einen Oberleitungsbauwagen der Marke «Saurer» mit Jahrgang 1954, den sie während dreieinhalb Jahren eigenständig restaurierten. Das Paar macht damit regelmässig «Usflügli» und nimmt an «Saurer-Familientreffen» teil, bei denen sich mehrmals im Jahr über 300 Besitzer mit ihren Saurer-Lastwagen irgendwo in der Schweiz treffen. Den kleinen Tristan hat das Lastwagen-Fieber ebenfalls gepackt. Er begleitet seine Grosseltern gerne auf Spritztouren und kann es kaum erwarten, in ein paar Jahren selber hinter dem Steuer zu sitzen. Einen Moment, den die Sachbearbeiterin nicht verpassen will: «Deswegen passe ich jetzt besser auf meine Gesundheit auf, denn ich will so lange wie möglich für Tristan da sein.»

In guten Händen

Dass die Lungengesundheit der COPD-Patientin langfristig stabil bleibt, dafür sorgt auch die Lungenfachärztin Frau Dr. Achermann. Alle paar Monate vereinbart Fisler einen Kontrolltermin im Spital Limmattal. Seit gut sechs Jahren ist sie ihre Patientin: «Während einer solchen Zeit baut man eine Beziehung zueinander auf», sagt Fisler und ergänzt: «Insbesondere die menschliche und bodenständige Art von Dr. Achermann schätze ich sehr.» Die Lungenfachärztin betreut sie in allen medizinischen Aspekten rund um ihre Lunge. Ändert sich in Bezug auf die Sauerstoffversorgung etwas, wird dies mit LUNGE ZÜRICH entsprechend koordiniert. Für Fisler funktioniert dieses Zusammenspiel sehr gut: «Ich fühle mich rundum gut betreut.»

Der Hausbesuch von Fabienne Lässer wird vermutlich der letzte dieses Jahr sein. Der Konzentrator ist in Takt, die gemessenen Werte bewegen sich im normalen Rahmen und Fisler ist guten Mutes. Es ist Freitag, ihr arbeitsfreier Tag. «Heute gönn ich mir etwas Wellness», schmunzelt sie und unterstreicht damit ihren Vorsatz, sich in Zukunft mehr um sich selbst und ihre Gesundheit zu kümmern. Etwas Entspannung gehört ebenso zu einem ausgewogenen Lebensstil, wie gesunde Ernährung und regelmässige Bewegung. Denn die Welt gehört denen, die sie geniessen – und das tut Jacqueline Fisler allemal.

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Zuletzt geändert:
14. Dezember 2018