Behandlung von Asthma

Nicht allergisches Asthma

Bei nicht-allergischem Asthma kommt es durch unspezifische Faktoren zu einem Asthma-Anfall. Diese gilt es, nach Möglichkeit zu vermeiden oder zu reduzieren:

  • kalte, trockene Luft
  • Staub
  • Gerüche, chemische und physikalische Reizstoffe
  • Tabakrauch
  • Luftverschmutzung (Ozon)
  • Stress und psychische Einflüsse
  • Atemwegsinfektionen (Erkältungen, Grippe) 
  • Bestimmte Medikamente
  • Intensive körperliche Belastung

Allergisches Asthma

Eine allergische Erkrankung ist eine Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers auf fremde, aber harmlose Stoffe. Der genaue Prozess wie eine Allergie entsteht, ist zum heutigen Zeitpunkt nicht abschliessend geklärt. Der heutige Stand der Forschung lässt es aber zu, dass nützliche Handlungsempfehlungen zur Allergieprävention abgegeben werden können. Die Auslöser von Asthma sind sehr individuell. Es wird empfohlen, beim Arzt die Überempfindlichkeit auf verschiedene Auslöser abzuklären. Dabei ist zu berücksichtigen, dass allergisches Asthma meist in der Kindheit oder der frühen Jugend beginnt. Die folgenden Auslöser gilt es zu vermeiden, um das Risiko von Asthmaanfällen aufgrund einer Allergie zu reduzieren. 

Rauchstopp

  • Rauchverzicht, aktiv und passiv

Tierhaare

  • Tierhaltung möglichst ausserhalb der Wohnung
  • Das Tier nicht in den Schlafbereich lassen
  • Hände waschen nach jedem Tierkontakt
  • Kleider mit Kleiderroller reinigen (keine Kleiderbürste verwenden)
  • Reinigung der Ruhe- und Futterplätze delegieren
  • Einsatz von waschbaren Überzügen für Polster- und Sitzmöbel
  • Entfernung von Teppichen und anderen «Staubfängern»
  • Regelmässiges Staubsaugen (Gerät mit HEPA Filter Stufe 11 und allergendichtem Gehäuse)
  • Tägliches feuchtes Reinigen der Böden

Schimmelpilze

  • Relative Luftfeuchtigkeit im Winter zwischen 30 und 40 Prozent, im Sommer zwischen 40 und 60 Prozent  
  • Temperatur (im Winter) 19 - 23 °C 
  • Zwei- bis dreimal pro Tag fünf bis zehn Minuten kräftig durchlüften (Merkblatt Richtig Lüften)
  • Mobiliar mit zehn Zentimeter Abstand von der Aussenwand aufstellen
  • Keine Pflanzen im Schlafbereich
  • Kompost oder Biomüll täglich entsorgen oder ausserhalb der Wohnung zwischenlagern
  • Luftbefeuchter, Zierbrunnen u.ä. regelmässig reinigen

Pollen

  • Informieren Sie sich, wann die Pollenbelastung von Gräsern, Sträuchern und Bäumen verstärkt vorkommt (Merkblatt Pollen).
  • Fenster und Türen während Pollenflugsaison geschlossen halten
  • Pollenfilter im Auto und/oder an Fenstern
  • Vor dem Zubettgehen die Haare waschen
  • Gewaschene Wäsche nicht im Freien aufhängen
  • Draussen getragene Kleider bereits nach kurzem Gebrauch waschen und nicht damit ins Bett liegen.
  • Bei einer ausgeprägten Pollenallergie kann ein Aufenthalt in den Bergen während der Baumblütezeit Linderung schaffen. In höheren Lagen blühen Bäume später.

Hausstaubmilben

  • Milbendichte Bezüge für Matratze, Duvet und Kopfkissen verwenden
  • Gesamtes Bettzeug alle 3 bis 4 Monate bei 60 Grad Celsius waschen
  • Keine Teppichböden zu Hause auslegen
  • Luftbefeuchter vermeiden und täglich Lüften. Luftfeuchtigkeit wird reduziert. 
  • Staubsauer mit HEPA-Filter verwenden. So kann sich der Milbenkot nicht über die Abluft des Gerätes wieder im Haus verteilen.
  • Ferien oberhalb von 1200 m.ü.M. verbringen. Milben leben nicht in so hohen Lagen.

Lebensmittelallergene
Asthmaanfälle aufgrund einer Lebensmittelallergie entstehen gehäuft durch eine sogenannte Kreuzallergie. Bei einer Kreuzallergie trifft eine bestehende Allergie wie zum Beispiel Pollenallergie auf eine Allergie auf ein bestimmtes Lebensmittel. Dabei sind sich die Allergene der Auslöser meist sehr ähnlich. Die häufigste Kreuzallergie ist das Birkenpollen-Nuss-Kernobst-Syndrom. Ist eine Person auf Birke allergisch, zeigen sich auch Allergiesymptome beim Verzehr von Kernobst (z.B. Äpfeln, Birnen, Haselnüsse, Walnüsse). Dabei kann es nebst anderen Symptomen auch zu einem Asthmaanfall kommen. Eine Kreuzallergie kommt zudem häufiger vor als eine reine Nahrungsmittelallergie. 

Häufige Lebensmittelallergene bei Erwachsenen:

  • Krustentiere
  • Nüsse

Häufige Lebensmittelallergene bei Kindern:

  • Fisch
  • Milch
  • Nüsse
  • Eier
  • Kern-/Steinobst

Asthma-Behandlung mit Medikamenten

Es gibt zwei Gruppen von Medikamenten zur Behandlung von Asthma:

Medikamente zur Erweiterung der Bronchien
Diese Medikamente werden bei einem Asthma-Anfall inhaliert und erweitern sofort die Bronchien. Die Medikamente wirken, indem sie die Bronchialmuskulatur entspannen. Es gibt kurzwirksame Mittel zur schnellen Therapie eines Asthma-Anfalls und zur Vorbeugung von Atemnot beim Sport sowie langwirksame Medikamente zur Vorbeugung von Anfällen. Die langwirksamen Medikamente sind geeignet für Asthmatiker mit mittelschwerem und schwerem Asthma. Medikamente zur Erweiterung der Bronchien werden normalerweise in Kombination mit der zweiten Medikamentengruppe eingesetzt.

Medikamente zur Entzündungshemmung in den Bronchien
Auch diese Medikamente werden meist inhaliert, damit sie genau dorthin gelangen, wo sie wirken sollen: in die Bronchien. Bereits kleine Mengen des Wirkstoffs reichen aus, um eine gute Wirkung zu erzielen. Das massive Überschreiten der empfohlenen Dosis kann das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen.

Richtige Inhalation der Medikamente

Damit die inhalierbaren Medikamente ihre volle Wirkung entfalten können, müssen die Betroffenen zuerst die richtige Inhalationstechnik lernen. Dies ist gar nicht immer so einfach, wie es klingt, da die Medikamente in unterschiedlichsten Inhalationsgeräten angeboten werden. LUNGE ZÜRICH bietet gezielte Schulungen für Asthmatiker an und hat praktische Kärtchen und Instruktionsfilme zur richtigen Inhalation entwickelt. Auch ihr Arzt oder Apotheker kann Ihnen erklären, wie Sie das Medikament genau inhalieren müssen.

Wenn Betroffenen zu klein, zu schwach oder aus anderen Gründen nicht in der Lage sind, das Asthma-Medikament richtig zu inhalieren, können Inhalationshilfen (Vorschaltkammer) oder Inhalationsgeräte verwendet werden. Die Inhalationsgeräte gibt LUNGE ZÜRICH auf ärztliche Verordnung ab. Erfahren Sie mehr zur Inhalationstherapie von LUNGE ZÜRICH.

Asthma-Behandlung: Selbstmanagement

Wie bei jeder Krankheit tragen auch Asthmatiker entscheidend zum Therapie-Erfolg bei. Deshalb sollten Betroffene für eine erfolgreiche Asthma-Behandlung nicht nur Asthma-Auslöser meiden, sondern auch die Asthma-Medikamente regelmässig einnehmen. Folgende Punkte müssen dabei beachtet werden:

  • Verschriebene Medikament genau nach Vorschrift einnehmen
  • Notfallmedikamente immer bei sich tragen
  • Einen Asthma-Anfall frühzeitig behandeln
  • Führen eines Asthma-Tagebuches
  • Führen einer täglichen Peakflowmessung

Mit einem einfachen Online-Test können Asthmatiker überprüfen, wie gut Sie Ihr Asthma im Griff haben. Die Kontrolle von Asthma kann man auf vielseitige Weise beeinflussen – von der Einrichtung der eigenen Wohnung bis hin zur korrekten Einnahme der passenden Medikamente. Das Resultat des Online-Tests sollte anschliessend mit einer medizinischen Fachperson besprochen werden.

Asthma-Kontrolltest

Begleitende Massnahmen

Folgende zusätzliche Massnahmen sind für Personen mit Asthma empfohlen:

  • Vermeiden Sie bei einem Asthma-Anfall entzündungshemmende Schmerzmedikamente (z.B. gegen Kopfschmerzen oder rheumatische Krankheiten). Diese sind für die Behandlung eines Asthma-Anfalls ungeeignet und können unter Umständen die Beschwerden sogar verschlimmern.
  • Eine Grippeinfektion kann Asthma nachhaltig verschlimmern. Deshalb sollten sich Personen mit schwerem und mittelschwerem Asthma gegen Grippe impfen lassen.
  • Die richtige Inhalation der Asthma-Medikamente ist essentiell für die Wirkungsempfaltung und die Therapie. Daher ist es empfohlen, bei Unklarheiten zur Inhalationstechnik eine Fachperson zu konsultieren. Dies kann Ihre Ärztin oder Arzt sein oder Sie nehmen an einer unserer Asthmaschulungen teil. 

Bei einem Verdacht auf allergisches oder nicht allergisches Asthma wird empfohlen, eine Ärztin oder einen Arzt aufzusuchen. 

 

(Inhalt erstellt in Zusammenarbeit mit dem aha! Allergiezentrum Schweiz)

Weitere Informationen

Zuletzt geändert:
16. März 2021