Haus der Lunge - ein neues Konzept

Mit dem neuen Behandlungskonzept «Haus der Lunge» beschreitet
LUNGE ZÜRICH neue Wege. Erste Schritte wurden unternommen, neue Angebote eingeführt, aber «Haus der Lunge» wird als dynamisches Konzept kontinuierlich weiterwachsen und sich den ändernden Gegebenheiten und Bedürfnissen anpassen. Wo steht das Konzept aktuell?

«Haus der Lunge» – eine Bezeichnung, die auf den ersten Blick wohl täuscht. Denn wer denkt beim Begriff «Haus» nicht an etwas Festes, etwas Statisches? «Haus der Lunge» bezeichnet aber ein neues Behandlungskonzept und damit eine neue Betreuungsphilosophie, die LUNGE ZÜRICH in den kommenden Monaten und Jahren aufbauen und einführen wird. Ähnlich dem sich dauernd ändernden Gesundheitsumfeld bleibt auch das Konzept «Haus der Lunge» dynamisch und wird sich laufend anpassen. Historisch gesehen sind die Angebote von LUNGE ZÜRICH mehrheitlich rund um Geräte oder Therapien wie zum Beispiel einem CPAP-Gerät, Sauerstoff-Konzentrator oder Inhalationsapparat entstanden. Obwohl wir bereits heute weitere Dienstleistungen wie verschiedenste Informationsmaterialien, Aufklärungskampagnen oder auch ein breites Kursangebot rund um die Krankheitsbilder anbieten, sind wir der Überzeugung, dass wir hier noch mehr leisten können. Die Grundidee des Konzeptes «Haus der Lunge» ist es, Dienstleistungen entlang des ganzen Patientenpfades anzubieten. Das heisst von der Aufklärung und Prävention zur Früherkennung, Diagnosestellung und der nachfolgenden Behandlung und Betreuung.

Eine stabile Ausgangslage für den weiteren Ausbau

Die aktuell angebotenen Dienstleistungen in den Bereichen Beratung und Betreuung, Gesundheitsförderung und Prävention, Events und Kongresse sowie die Informationsunterlagen von Kommunikation und Marketing bilden ein sehr gutes Fundament für die Weiterentwicklung der Angebote. Während die unterschiedlichen Fachkräfte tagtäglich damit betraut sind, dieses bestehende «Haus» zu hegen, zu pflegen und es neuen Gegebenheiten und Anforderungen anzupassen, wurde das Team von LUNGE ZÜRICH mit neuen Fachkräften ergänzt, welche sich um die Prüfung, Erarbeitung und Implementierung ganz neuer Angebote kümmern. Sobald sich diese neuen Angebote bewährt haben, wird auch eine breite Umsetzung angestrebt.

Erstes erweitertes Angebot im Rahmen
von «Haus der Lunge»

In einem ersten Schritt wurde unser Team mit Georg Volk, dipl. Pflegefachmann (DE) und Atmungstherapeut DGP, verstärkt, um das bereits bestehende Angebot im Bereich Heimventilation durch das Trachealkanülen- und Sekretmanagement zu erweitern. Da diese Dienstleistungen durch eine Ärztin oder einen Arzt verordnet werden müssen, ging die Information diesbezüglich primär an die Fachpersonen. Die neuen Angebote umfassen jeweils die entsprechende Beratung bei den notwendigen Gerätschaften, die Schulung der betroffenen Person sowie der Angehörigen im Umgang mit der gewählten Behandlung und der Austausch mit den weiteren involvierten Fachpersonen. Georg Volk kann sich bereits wenige Monate nach der Einführung der neuen Angebote über positive Rückmeldungen freuen: «Wir konnten schon zahlreiche Anfragen entgegennehmen und Patientinnen und Patienten mit einer der neuen Dienstleistungen helfen. Von den Patienten selbst oder ihren Angehörigen zu erfahren, dass diese einen positiven Effekt haben und ihnen ihr Leben mit der Krankheit erleichtern, ist natürlich äusserst motivierend.»

Institutionsübergreifende Zusammenarbeit
als Schlüssel zum Erfolg

Die verbesserte und gezielte Beratung und Betreuung unserer COPD-Patientinnen und -Patienten ist das nächste Fokusthema. Zu diesem Zweck verstärkt Kathrin Reimann als Advanced Practice Nurse (APN) seit Frühjahr 2020 LUNGE ZÜRICH. Ihre Aufgabe ist es, unter Einbezug der Ärztinnen und Ärzte ein ausführliches Betreuungs- und Behandlungskonzept aufzustellen und dieses dann umzusetzen. Vieles wird in die Koordination der Behandlung einfliessen. Als Patientin und Patient ist man oft mit einer breiten Palette an Informationen konfrontiert – sei dies vom Hausarzt, der Lungenfachärztin oder bei einem Spitaleintritt aufgrund einer akuten Verschlechterung und, zum Beispiel, einem nachfolgenden Rehabilitationsaufenthalt. Hier kann die APN koordinierend eingreifen, dem Patienten die verschiedenen Informationen und Anweisungen erklären und bei der Umsetzung unterstützend mitwirken. Als mögliches exemplarisches Beispiel sei hier die Medikamenteneinnahme erwähnt. Nach einem Spitalaufenthalt hat man oft neue Medikamente erhalten und es ist für die Betroffenen nicht immer klar, ob jetzt die neuen und/oder die bisherigen Medikamente eingenommen werden müssen. Ein klarer Fall für die APN!
Da für LUNGE ZÜRICH aber auch die Stimmen der Patientinnen und Patienten wichtig sind, werden wir zusammen mit der nächsten Ausgabe des COPD-Newsletters eine Umfrage durchführen, um auch dort die nötigen Bedürfnisse zu sammeln und darauf basierend bedarfsgerechte Angebote zu entwickeln. Parallel dazu wurden am Universitätsspital Zürich Forschungsprojekte finanziell unterstützt, um genau diese institutionsübergreifende Zusammenarbeit zu definieren. Die Erkenntnisse aus diesen Analysen werden ebenfalls in die neuen Angebote mit einfliessen.

«Haus der Lunge» – so geht es weiter

Der englische Dichter John Donne sagte einst: «Niemand ist eine Insel.» Und so ist sich auch LUNGE ZÜRICH bewusst, dass für die optimale Betreuung der Patientinnen und Patienten die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten – Hausärzten, zuweisenden Lungenfachärzten, Spitälern, weiteren involvierten Institutionen, Angehörigen – nötig ist. Nur so ist langfristig eine koordinierte Versorgung möglich und sinnvoll. Die kontinuierliche Evaluation und Weiterentwicklung dieser Angebote – nebst der Ausweitung der Dienstleistungen auf andere Krankheitsbilder bzw. andere Bereiche innerhalb des Patientenpfades – sind ein Grundpfeiler des Konzeptes «Haus der Lunge». LUNGE ZÜRICH ist es dabei ein Anliegen, dass die neuen Angebote sowohl für die Patientinnen und Patienten als auch die involvierten Fachpersonen einen Mehrwert bieten. Und um zurück zum «statischen» Bild des Hauses zu kommen – auch beim Hausbau merkt man, dass trotz einer perfekten Planung plötzliche Änderungen notwendig sind, um das beste Ergebnis erzielen zu können. Flexibilität ist also gefragt!

Zuletzt geändert:
23. Oktober 2020